Ein Dorf siedelt um - Fotografien von Peter Lisker
2.9.-1.10.2016
Einführungsworte: Ingelore Lohse
Der Pressefotograf Peter Lisker hat die Umsiedlung des Ortes Grunau 1997 und 1998 für die Mitteldeutsche Zeitung fotografisch dokumentiert. Mit über zwanzig Fotoarbeiten wird im Rahmen dazu eine Ausstellung eröffnet, die die Fragen aus einer anderen Perspektive aufgreift und die Grundlagen für eine weiterführende Diskussion bietet.

    Gefördert durch die Kulturstiftung Hohenmölsen

"Land am Wasser" - ein Film von Tom Lemke/ Musik Falk Zenker
Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube der DOK 2015 in Leipzig
Freitag, den 2.September 2016, um 19.30 Uhr
Die Filmvorführung wird vom Filmmusiker Falk Zenker und dem Regisseur Tom Lemke begleitet.
Filminhalt
Silvio lebt in einem Geisterdorf. 1998 wurden die Bewohner umgesiedelt, damit die Braunkohle darunter abgebaut werden kann.
Vor über 900 Jahren nannten die ersten Siedler den Ort "Land am Wasser", weil ein kleiner Bach durch die Landschaft fließt.
Mit diesem Wasser bestellt Silvio kleine Agrarflächen im Dorf und tränkt sein Vieh. Seinen Heimatort, der nutzlos geworden war, hat er so als Landwirt wieder erobert.
Wie lange er hier seinen Lebensunterhalt noch verdienen kann, ist ungewiss. Niemand weiß, wann die Tagebaubagger hier letztendlich ankommen werden.
Allgegenwärtig ist das Geräusch des Förderbandes, das seit Jahrzehnten in wenigen Kilometer Entfernung ununterbrochen Kohle transportiert. Die Häuser des Dorfes werden zwar nach und nach abgerissen, aber Silvio ist nicht allein.
Sein Nachbar schmiedet im über hundertjährigen Familienbetrieb weiter gegen die Zeit und Norbert, vom ebenfalls betroffenen Nachbarort, rebelliert als Letzter eisern gegen die Umsiedlung.
Manchmal kommen auch ehemalige Bewohner vorbei. Man hilft sich noch immer und nebenbei verschwindet eine ganze Dorfgemeinde.


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