BERUFUNG, JOB, MALOCHE -
Ergebnisse des Hannah-Arendt-Lesekurse in Weißenfels

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Pressestimmen
Weißenfels in Sachsen-Anhalt ist eine Arbeiterstadt, die heute durch hohe Arbeitslosigkeit geprägt ist. Hier und im brandenburgischen Steinhöfel habe ich Menschen aus ganz verschiedenen Schichten in Hannah-Arendt-Lesekursen zusammengebracht und sie anschließend um Statements vor der Kamera gebeten. Im Mittelpunkt stand das Thema "Arbeit": als Theoriebegriff bei Arendt, vor allem aber als Sphäre einer sozialen Erfahrung, die einmal vertraut war und die sich heute zu entziehen beginnt. Die gedachte Ordnung der Vollbeschäftigung zerfällt und beginnt sich neu zu organisieren. Improvisation, Irritation und Ungewißheit zeigen sich als Teil der Lebenswirklichkeit. Die Lebenserfahrung, um deren Irritation es der Kunst in der Vergangenheit ging, wird selbst zur Irritation. Davon bleibt künstlerische Arbeit nicht unberührt. Statt Irritation zu zelebrieren, wirft sie die Frage auf, wie Strukturierung, wie gemeinsames Handeln unter solchem Horizont möglich ist. So zeigt sich: Kunst ist nicht festgelegt auf Funktionen für ein Publikum. Sie läßt vielmehr die Erfahrung des Sozialen nah an sich heran, formt sie um und verändert sich selbst.
Judith Siegmund

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